Kuraromapflege Pitta

Das Selbst ist zweifach:
Prana und Sonne zugleich.
Und zweifach ist der Weg im Inneren und im Äußeren, den es bei Nacht und bei Tag geht.
Die Sonne ist das äußere Selbst, Prana ist das innere Selbst.
An der Bewegung des äußeren Selbstes messen wir die Bewegung des inneren.

Maitriyani Upanishad

Die Sommerzeit, die mit dem Schnitterfest Anfang August seine Mitte erreicht bringt unsere Lebensenergie zum Fliessen, sie stärkt unsere Willens- und Ausdruckskraft.

Die Pitta Zeit des Jahres bereitet eine starke, gut funktionierende Verdauung. Warme bittere, süß und herbe Speisen und Gewürze verhindern überschüssiges Pitta. Kühle Getränke über den Tag verteilt schützen vor Austrocknung und Überhitzung. Trinkkuren mit warmen abgekochten Wasser eventuell mit ein wenig Zitrone und Ingwer helfen, wenn die Verdauung durch zu kühles Essen und Trinken träge wird.

Die Pitta-Konstitution profitiert von Wanderungen an Gewässern oder im Gebirge und Schwimmen im kühlen Nass. Der Pitta-Typ sucht Erlebnis und Abenteuer, Wettkampf und Mannschaftssport. Die beste Zeit für sportliche Aktivitäten sind der kühle Vormittag und frühe Abend. Überanstregung insbesondere um die Mittagszeit sollte er meiden. Meditation und Atemübungen am Abend bringen Ruhe und Gelassenheit, lunare Asanas fördern Flexibilität und Dehnbarkeit. Die Sommerzeit bietet ausreichend Gelegenheit im Mondlicht zu verweilen, zur Ruhe zu kommen und Vollmondnächte für eine Abendwanderung zu nutzen.

Luftige Kleidung aus Leinen, Seide oder dünner Baumwolle schützen vor übermässigem Schwitzen. Bunte, kräftige Farben in Rot-, Mauve- oder Gelbtönen mit einem Hauch von Extravaganz charakterisieren den Geschmack und die Mentalität von Pitta.

Verstärkte Sonneneinstrahlung im Sommer macht unsere Haut anfälliger für die Bildung erweiterter Äderchen im Gesicht und in den Beinen (Couperose). Sie fördert die Hautalterung, Faltenbildung und entzündliche Hautprozesse.

Toilette- und Peelingseife Couperose mit einer Mischung aus Linde, Erdbeerblatt, Hirtentäschel, Holunder und den ätherischen Ölen Amyris, Benzoe siam, Lavendel, Grapefruit helfen bei der Couperoseprävention. Unterstützend dazu auch Rosenhydrolat für die tägliche Pflege von Gesicht, Hals und Dekollete.

Bade- oder Gesichtsöl Reife Haut mit Argan- und Wildrosenöl und der ätherischen Ölmischung Rosengeranie, Narde, Neroli wirkt hautstraffend, feuchtigkeitsspendend und antioxydativ. Unterstützend für die tägliche Pflege reifer Gesichtshaut das stark faltenglättende Parakresshydrolat und speziell für die entzündeten Augenpartien Augentrosthydrolat.

Für den längeren Aufenthalt in der Sonne bietet das Öl der wilden Haselnuß natürlichen Schutz (Sonnenschutzfaktor SF10). Avellanaöl festigt zudem die kollagenen und elastinen Fasern der Haut und wirkt faltenglättend und bindegewebsstraffend. Einen zusätzlichen Schutz vor Sonnenbrand gewährleistet in diesem Sonnenöl Lavendel vera.

Für eine kühlende und entzündungshemmende Hautpflege nach dem Sonnenbad sorgt eine Mischung aus Neutral- und Avocadoöl sowie die ätherische Ölmischung Niaouli, Palmarosa, Benzoe siam . Körper-Peeling-Butter Cellulitis mit Avocadobutter, Jojoba, Lavaerde und den ätherischen Ölen Zypresse, Rosengeranie, Monarde festigt und glättet das Bindegewebe.

Abschliessend noch zum Thema Sommerhitze eine milde, jedoch stark deodorierende Sommerseife, ein kühlendes Basenbad und ein kostbares Naturparfüm:

Toilette- und Peelingseife Orangenblüte mit der ätherische Ölmischung Benzoe siam, Palmarosa, Petit Grain, Lemongras, Litzea cubeba kühlt, deodoriert, stärkt das Bindegewebe und beugt Couperose vor.

Das Basenbad für den Sommer mit Zitronenmelisse, Salz vom Toten Meer und Schüssler Basensalzen kühlt, entspannt und harmonisiert Pitta. Entweder als Vollbad oder auch als Fußbad mit idealer Badedauer von 30 – 60 Minuten, nach dem Bad mindesten 1 Stunde ruhen.

Naturparfüm Sommer mit Jojoba und den ätherischen Ölen Muskatellersalbei, Cananga, Jasmin, Rose und Neroli für ein bisschen Extravaganz im Sommer.

Kuraromapflege Kapha

Ein Mensch frisst viel in sich hinein: Missachtung, Ärger, Liebespein
Und jeder fragt mit stillem Graus: Was kommt da wohl einmal heraus?
Doch siehe! Nur Güte und Erbauung. Der Mensch hat prächtige Verdauung.

Eugen Roth

 

In der zweiten Hälfte des Frühlings ab Walpurgis geht Kapha langsam in Pitta und die Elemente Erde und Wasser langsam in die Elemente Feuer und Wasser über. Diese Zeit des Jahres eignet sich hervorragend für eine Kur zur inneren und äusseren Entschlackung, Entgiftung und Entsäuerung.

Unsere Lebensenergie Prana ist das Resultat eines komplexen Zusammenspiels von Stoffwechselvorgängen im Körper, deren Basis das Element Wasser bildet. Körperflüssigkeiten wie Blut, Zell- und Lymphflüssigkeit transportieren Sauerstoff und Nährstoffe zu den Zellen. Dort laufen über körpereigene Enzyme gesteuert lebenswichtige Stoffwechselreaktionen ab. Die dabei entstandenen Stoffwechselabfallprodukte werden von den Zellen ausgeschieden und über Körperflüssigkeiten in die ausscheidenden Organe Haut, Lunge, Niere, Darm abtransportiert.

Das in den Körperflüssigkeiten enthaltene Wasser liegt zu einem kleinen Teil als geladene Teilchen den sogenannten Ionen vor. Insbesondere die positiv geladenen Protonen werden von den Enzymen im Körper in ganz bestimmten Konzentrationen benötigt um optimal zu funktionieren.

Für einen gesunden Stoffwechsel muss unser Körper die Konzentration an Protonen in den Zellen und Körperflüssigkeiten konstant halten. Dies geschieht über Puffersysteme (Proteine, Phosphate, Bikarbonate), die Säuren binden bzw. freigeben können.

Der Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers ist dann in Balance, wenn unsere Stoffwechselsysteme einerseits ausreichende Mengen an Pufferbasen zur Verfügung haben und andererseits im ausreichenden Maße überschüssige Säuren ausscheiden können.

Die kurmässige innere Entschlackung, Entsäuerung und Entgiftung

Die wichtigste Massnahme zur Entschlackung, Entgiftung und Entsäuerung ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.

Für die Dauer Ihrer Frühjahrskur (6 Wochen) empfehlen wir Ihnen vor dem Abendessen einen warmen Leberwickel um die Durchblutung der Leber zu fördern. Dafür einen Thermophor mit heissem Wasser befüllen, mit einem feuchtem Tuch umwickeln, auf die Leber legen und mit einem Badetuch am Körper fixieren. Damit ca. 15 Minuten im Bett liegend ruhen.

Beschränken Sie Ihr Abendessen auf eine Abendsuppe (Rezepte für 4 Portionen, 1 Portion pro Tag):

Abendsuppe nach Dr.med. F.X. Mayr
In den ersten 3 Wochen 1 l klare Gemüsebouillon (das Suppengrün vorher abseien) mit 250 g geschälten und in Würfel geschnittenen Kartoffeln ca. 20 Minuten köcheln lassen, danach pürieren und mit Majoran, Liebstöckl und gemahlenen Kümmel würzen.
In der zweiten Hälfte der Kur das Suppengrün in der Gemüsebouillon belassen und zusammen mit den weichgekochten Kartoffeln pürieren. Nach Geschmack mit 1-2 EL Obers, Joghurt, Lein- oder Olivenöl verfeinern.

Abendsuppe nach Hildegard von Bingen
Falls Sie Kartoffel nicht mögen oder vertragen: 1 kleine gehackte Zwiebel in 1 EL Butterschmalz goldgelb anrösten, 4 EL Dinkelgries kurz mitrösten und mit 1 l Gemüsebouillon aufgiessen. Mit Salz, Galgant, Bertram, Ysop und Quendel würzen. In den ersten 3 Wochen klare Gemüsebouillon verwenden, danach das Suppengrün in der Suppe belassen und pürieren.

Vervollständigen Sie Ihre Frühjahrskur durch eine Trinkkur um den Körper bei der Ausscheidung von Schlacken und Giften möglichst zu unterstützen. Bestens geeignet dafür ist das Trinken von abgekochtem Wasser über den Tag verteilt nach Durst und Gefühl ca. 1 Tasse alle 1 – 2 Stunden. Bei Verdauungsproblemen empfiehlt es sich das Wasser durch Fenchel- bzw. Ingwertee teilweise zu ersetzen.

Die kurmässige äussere Entschlackung, Entsäuerung und Entgiftung

Fördern Sie die Ausscheidung von Schlacken und überschüssigen Säuren über die Haut durch eine gezielte basische Körperpflege.

Die Basenseife Chlorella mit Meersalz und Schüssler Basensalzen glättet und beruhigt die Haut. Die Microalge Chlorella unterstützt sogar die Ausleitung von Schwermetallen z.B. Amalgan. Die in der Toiletteseife enthaltene ätherische Ölmischung hat einen Kapha-Pitta harmonisierenden Effekt.

Ackerschachtelhalmseife mit Lavaerde Montmorillonite festigt das Bindegewebe, entfernt überschüssigen Talg und hat eine regenerierende Wirkung auf die Haut. Die in der Toiletteseife enthaltene ätherische Ölmischung hat einen Kapha-Pitta-Vata harmonisierenden Effekt.

Das Kurmassageöl mit Sesamöl, Zedernholz, Zypresse, Zirbelkiefer, Neroli wärmt und fördert die Ausleitung. Vermittelt das Öl einen starken Geruch, sind Fussmassagen der Ganzkörpermassage vorzuziehen.

Die Kur-Peeling-Körper-Butter mit Mandelöl, Avocadobutter, Aprikosenkernen, Tanne, Monarde, Grapefruit wird vor der Dusche verwendet um den Stoffwechsel anzuregen und um Schlackenstoffe zu lösen.

Ein Basenbad mit Chlorella, Salz vom Toten Meer und Schüssler Basensalzen verströmt einen beruhigenden Duft. Mit Meditationsmusik und Kerzenlicht eine Wohltat für Haut und Sinne. Entweder als Vollbad oder auch als Fussbad mit idealer Badedauer von 30 – 60 Minuten, nach dem Bad mindesten 1 Stunde ruhen.

Das Kurbadeöl mit Jojoba, Mariendistelöl, Immortelle, Rose, Lavendel wirkt leberstärkend und entgiftend.

Die ätherische Ölmischung regt den Energiefluss an und stärkt die Hauptchakren. Badedauer 30 Minuten.

Für die Pflege von Gesicht, Hals und Dekollete während der Kur wahlweise das beruhigende Muskatellersalbei- oder das aktivierende Latschenkieferhydrolat.

Der wöchentliche Saunabesuch, fördert die Durchblutung, entsäuert und rundet Ihre Haut- und Körperpflege ab. Gönnen Sie sich vor dem letzten Saunagang eine professionelle Aromamassage durch einen erfahrenen Heilmasseur. Die ideale Gelegenheit hartnäckige Verspannungen zu lösen.

Täglich ausreichende Bewegung sorgt darüberhinaus für die Ausscheidung von Säuren über Lunge und Atemwege und hilft bei der Stressbewältigung. Dafür ein Beispiel aus dem Yoga:
Zu Beginn des Tages: Pranayama (4 Min), Sonnengrüsse (8 Min), Tiefenentspannung (3 Min)
Am Ende des Tages: Mondgrüsse (5 Min), Pranayama mit Mantra (10 Min)

Wie bei jeder äusserlichen Aromatherapie kann es zu Reaktionen der Haut wie Rötung, Ausschlag, etc. kommen. Dies ist vorerst kein Anlass zur Sorge, insbesondere wenn die Hautreaktion geringfügig ist und nach wenigen Tagen wieder verschwindet. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich den Rat eines Arztes einzuholen, möglicherweise macht es Sinn die äussere Reinigungskur durch ein inneres Ausleitungsverfahren zu ergänzen. Innere Anwendungen welcher Art auch immer sollten in jedem Fall von einem erfahrenen Arzt begleitet werden. Zu diesem Thema ein Zitat von Sebastian Kneipp.

… Da fiel mir ein, daß ja manches innere Leiden plötzlich verschwand, sobald nach außen hin ein Ausschlag zutage trat.
Könnte man, so fragte ich mich, nicht auf künstliche Weise solchen Ausschlag bewirken, mit anderen Worten durch irgendein Mittel den im inneren Körper verborgenen kranken Stoffen zum Durchbruch verhelfen, dieselben herauslocken an die Oberfläche der Haut und so der Wasserkur Ihre Arbeit um ein gutes Stück erleichtern?
Nach langem Suchen traf ich auf ein Öl, welches diese Dienste in vortrefflicher Weise leistet, bei manchen Fällen geradezu mit auffallenden Erfolgen … Das Öl wird nur äusserlich angewendet und allein in solchen Fällen, in denen so auf die leichteste Weise eine vorteilhafte Ausleitung des kranken Stoffes erreicht werden kann. Die Wirkung ist ganz und gar unschädlich, aber gründlich, tiefgehend bis ins Innerste. Weil es die Rebellen im Körper und im Blut mit scharfer Spürnase wittert und sicher ans Tageslicht bringt, hat ein Herr, bei dem es prächtig und erfolgreich diente ihm den Namen „Malefizöl“ (Öl, über das man sich ärgert; malefiz, lat. maleficus = Böses tuend) gegeben … Sebastian Kneipp

Danksagung:
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Frau Dr.med. Sylvia Fuchs, Ärztin für Allgemeinmedizin für Ihre kontinuierliche Unterstützung und für wertvolle Ratschläge zu diesem Infoblatt.

Buchtipps:
Dr.med. Erich Rauch, Peter Mayr, Milde Ableitungsdiät nach Dr. F.X. Mayr, Haug 2009
Brigitte Pregenzer, Brigitte Schmidle, Hildegard von Bingen, Einfach Kochen, Tyrolia 2008
Dr. Claudia Schöllmann, Was tun gegen Übersäuerung?, Ehrenwirth 2003
Shiva Rea, Tending the Heart Fire, Sounds True 2014